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Ging es Ihnen nicht auch schon so, man ist auf einem Grillfest oder einem Countrytreffen, die Grillen zirpen, das Wetter ist schön und ein laues Lüftchen weht über die Wiese. Leicht kräuselt sich der Rauch des Grillfeuers in den blauen Himmel. Ein Hauch von Freiheit und Weite liegt über dem ganzen, und was liegt auf dem Grill. Die obligatorischen Würstchen oder ein fertig eingelegtes Steak aus dem Supermarkt. Kein Zweifel, auch diese Dinge schmecken sehr gut. Wenn dann das Umfeld auch noch entsprechend ist, sogar hervorragend.
Aber es gibt unzählige wunderbare Rezepte, die man mit einfachen Mitteln jederzeit nachkochen kann. Wenn man sich dann noch die Mühe macht einige selbst gemachte Gewürzmischungen, Dips und Marinaden zuhause zuzubereiten und in kleinen Gläschen oder Flaschen mit zu nehmen, dann steht einem wirklich kulinarischem Grillabend nichts mehr im Weg.
Ich möchte mich mit Ihnen auf dieser Homepage, ähnlich wie seinerzeit die Pioniere, Trapper und Waldläufer im noch jungen Amerika auf eine Reise begeben, die uns kulinarische Weiten erschließen wird und uns ein Lagerfeuer mit ganz anderen Augen sehen lässt. Nämlich mit den Augen eines Genießers und nicht nur einer Stelle an der man gemütlich zusammen sitzt und seine Wurst grillt.
Zugegeben, die Art der Zubereitung ist nicht immer authentisch. Haben Sie zum Beispiel schon einmal probiert Pop Corn am Lagerfeuer herzustellen. Es funktioniert, und zwar mit ganz einfachen Mitteln, Sie brauchen noch nicht einmal einen Topf dazu. Ich werde es Ihnen ein paar Seiten weiter beweisen und noch viele andere Dinge über die Sie vielleicht jetzt noch den Kopf schütteln werden.
Wir verfügen heute über Dinge die es im frühen 19. Jahrhundert noch nicht gab, seien es nun Gerätschaften, Würzmittel oder selbst das zu grillende Fleisch. Dafür haben wir aber den Vorteil es nicht mehr selbst schießen, häuten, ausnehmen und ausbeinen zu müssen.
Es kann uns auch nicht mehr passieren wie Jedediah Smith, einem der bekanntesten Mountain Men des amerikanischen Westens der als erster Weißer den Landweg von den Rocky Mountains durch die Mojave Wüste nach Kalifornien erkundete. Im Herbst des Jahres 1823 zog er ins Gebiet der Absarokee (auch Crow genannt). Dort, westlich der Black Hills in der Nähe des Powder Rivers, wurde er bei der Jagd von einem Grizzlybären angegriffen und am Brustkorb und am Kopf verletzt. Der Bär hatte Smiths Kopf ins Maul genommen und ihm von der linken Stirn, nahe dem Auge, bis zum rechten Ohr die Kopfhaut aufgerissen. Die Ohrmuschel war durch die Zähne mehrfach tief eingerissen und fast völlig abgetrennt. Ein Begleiter nähte sowohl die Kopfhaut wie das Ohr wieder zusammen. Smith blieb die ganze Zeit bei Bewusstsein und konnte selbstständig zum Camp zurückreiten, wo er zehn Tage zur Erholung brauchte. Wen wundert es dass er fortan seine Haare lang trug, um das verstümmelte Ohr zu verdecken.
Aber ein klein wenig wollen wir uns doch damit beschäftigen wie unsere Altvorderen nach der gefahrvollen Überfahrt über den großen Teich im neuen gelobten Land ihr Mahl zubereiteten.
Trapper, Fallensteller und Goldsucher hatten zunächst einmal nur einfaches Kochgeschirr bei sich, das zumeist aus einer Kaffeekanne, einer Pfanne und einem Topf bestand. Der wenige Platz auf einem Pferd oder Esel wurde für andere Dinge dringender benötigt. Meist reichte ein einfacher Grillspieß aus Holz und zwei Astgabeln aus, um das erlegte Wild über dem offenen Feuer zu grillen. Oder man grub eine Mulde aus und legte das Grillgut in die heiße Asche zum garen. Auch mit dieser Garart werden wir uns noch beschäftigen.
Als man dann einen ergiebigen Jagdgrund fand, oder seinen eigenen vielversprechenden Claim abgesteckt hatte, wurde ein Basiscamp errichtet. Anfangs oft nur aus einem Unterschlupf aus Zweigen bestehend, wurde dieses Camp nach und nach wohnlich ausgebaut und hergerichtet. Mit dem Verkauf der ersten Felle oder Nuggets, und dem damit verdienten Geld war man nun auch in der Lage es sich gemütlicher zu machen.
In den ersten größeren Ansiedlungen traf man auf fahrende Händler und Hausierer, die allen möglichen Grimskrams verkauften, der einem in der Wildnis das Leben schon erleichtern konnte und so erstand man seinen ersten Dutch Oven um den Speiseplan etwas abwechslungsreicher gestalten zu können.
Meist entstammten diese Händler der Siedlergruppe die man Pennsylvania Dutch nannte. Dutch heißt zwar eigentlich übersetzt Holländisch, heute weiß man jedoch, dass die Siedler Ohios und Pensylvanias deutschen Ursprungs waren. Die Lautverwandtschaft zwischen Dutch und Deutsch scheint zu diesem Missverständnis geführt zu haben.
Der Dutch Oven war und ist schon ein geniales Kochgerät in dem nahezu alle Zubereitungsarten möglich sind, kochen, braten, backen, dünsten etc.. Ein oder mehrere verschieden große Guss- eiserne Töpfe mit drei Füssen und einem dicht schließenden Deckel werden übereinander gestellt und so kann man Kohlen, Grillbriketts oder Holzglut sowohl unter den Dutch Oven, als auch auf dem Deckel aufbringen. Damit erreicht man eine nahezu perfekte und sehr gleichmäßige Wärmeverteilung, die durch das verwendete Gusseisen über einen langen Zeitraum gespeichert wird. Im Innenraum entsteht ein Effekt, ähnlich dem eines Schnellkochtopfes, die Speisen garen schneller als im Ofen, weil im Dutch Oven ein höherer Druck herrscht und auch eine gleichmäßigere Wärmeverteilung stattfindet. Hinzu kommt, da das Kochgut durch die Rundumwärme und die robuste Konstruktion im eigenen Saft schmort und gegart wird, was den besonderen Geschmack von Dutch Oven Gerichten ausmacht. (Gebrauchsanweisung)
Der Besitz einer Sammlung gusseisernen Küchengeschirrs stellte einen solchen Schatz dar, dass „cast-iron kitchen furniture" meistens in den letzten Willen mit aufgenommen wurde.
Ein oder meistens mehrere Dutch Oven gehörten auch zur Standart Ausrüstung der Chuck Waggon, die bei den großen Viehtrails, welche nach dem blutigen Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 1865 entstanden sind, mitgeführt wurden.
Der Chuck Waggon (Verpflegungswagen) war ein von vier Pferden gezogener Wagen oder auch Planwagen, der während des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von Cowboys und Holzfällern (Lumberjacks) während ihrer Arbeit zur Verpflegung der Mannschaft und zum Transport von Ausrüstung mitgeführt wurde. Ein Chuckwagon konnte auch Siedlerzüge, die in den Westen der USA zogen, begleiten. Chuck war zur Zeit des Wilden Westens ein umgangssprachlicher Begriff für Nahrung und Verpflegung.
Obwohl mobile Küchen und Verpflegungswagen schon früher existierten, wird die Erfindung des Chuckwagons Charles Goodnight, einem texanischen Rancher, zugeschrieben, der dieses Konzept 1866 eingeführt hat. Er ließ ein Armeefahrzeug für die Anforderungen der Cowboy-Teams umbauen. Während der Fahrt wurde die Ausrüstung im Wagen verstaut und die Verpflegung in einer großen Holzkiste gelagert. Die Plane schützte die Ladung vor der Witterung. An die Seiten des Wagens wurden Trinkwasserfässer befestigt.
Der Chuckwagon wurde meistens von einem Koch gefahren, der für die Verpflegung der Arbeiter, das Küchenfeuer und auch die medizinische Versorgung der Cowboys verantwortlich war. Der Wagen bildete das zentrale Lager der Mannschaft. Üblicherweise wurde lange haltbares Essen, wie z.B. Bohnen und in Salz eingelegtes Fleisch mitgeführt. Außerdem natürlich viel Kaffee, Mehl, Zucker und Trockenobst. Für frische Nahrungsmittel wurde unterwegs in verschiedenen Städten und Versorgungsstationen gesorgt.
Obwohl wir heute auch fast den ganzen Tag unterwegs sind um uns die Zutaten für unser Mahl am Abend zu besorgen, müssen wir unseren Gästen aber nicht mehr die Haare schneiden, oder zwischen zwei Steaks noch schnell einen Zahn ziehen. Eher kann es vorkommen, das wir dem ein oder anderen ein paar Tipps geben müssen, wie sie den wundgesessenen Hintern behandeln. Aber in erster Linie haben wir Zeit um uns um unseren Grill und das darauf befindliche Grillgut zu kümmern.
Probieren Sie das eine oder andere Rezept einfach einmal aus und Sie werden sehen wie Sie gleich in der Achtung Ihrer Freunde um einige Stufen steigen werden.
Wir werden gemeinsam das Rad nicht neu erfinden, aber wir werden gemeinsam neue Sphären des Outdoor Cookings erkunden und uns am vollbrachten Werk erfreuen und es uns schmecken lassen.
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