Gewürze und Gewürzmischungen

Heut zu Tage gibt es im Handel sehr gute Gewürze und Gewürzmischungen zu kaufen. Auch brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, das wie in früheren Zeiten, als Gewürze noch sehr teuer waren, diese mit irgendwelchen anderen leckeren Zutaten gestreckt wurden. Wie zum Beispiel Paprikapulver mit zerriebenem Backstein.

Aber wie viel schöner und schmackhafter ist es doch sich seine eigene individuelle Gewürz-mischung herzustellen. Diese in kleine, luftdicht verschlossene Gläser abgefüllt, ist monatelang haltbar und Sie können Sie ohne viel Aufwand auf jedes Grillfest mitnehmen. Der zweite Aspekt sich seine eigene Gewürzmischung herzustellen, ist natürlich der Preis.
Schauen Sie mal im Supermarkt Regal nach fertigen Gewürzmischungen, dann schauen Sie sich den Preis, die Menge und die Zusammenstellung an. An erster Stelle wird meistens Salz genannt. Das heißt in einer 50 gr. Dose sind etwa 30 %  Salz und nun rechnen Sie mal hoch. Sie kommen auf einen Salzpreis von mehreren Euro pro Kilo.
Für dieses Geld können wir uns locker unseren Sonntagsbraten kaufen.

Neben Salz, das im eigentlichen Sinne gar kein Gewürz, sondern ein Kristall ist, brauchen wir
natürlich einen guten Pfeffer. Gemahlen, geschrotet und auch ganz werden wir ihn verwenden. Und natürlich, nicht nur der Optik wegen, in verschiedenen Farben. Um ihn zu erstehen müssen Sie sich nicht erst dorthin begeben wo er wächst, den gibt es auch im Supermarkt, seit Tante
Emma nicht mehr existiert.

Aber jetzt kommt´s. Pfeffer hat ja schon eine angenehme schärfe, aber um unseren Speisen den richtigen Pep zu geben, brauchen wir etwas ganz anderes. Richtig vermutet - Chili.

Nun ist Chili aber nicht gleich Chili, zum einen gibt es viele verschiedene Chili-sorten, die dann wiederum je nach Anbaugebiet und Bodenbeschaffenheit sehr unterschiedlich in der Schärfe
variieren.

Die Schärfe wird in Scoville Einheiten angegeben. Das ist die Maßeinheit mit der die schärfe von Chili und deren Erzeugnisse gemessen oder bestimmt wird.
Angenommen sie haben eine Sauce mit 1.000 Scoville, dann bedeutet das, man braucht 1.000 Tropfen Wasser um 1 Tropfen der Sauce zu neutralisieren. Da dieses aber von jedem anders empfunden wird, ist diese Angabe zwar ziemlich ungenau aber doch ein guter Richtwert um
etwas über die schärfe des Produktes zu erfahren.

Die Scoville-Skala reicht von praktisch null für Paprika bis zu 250.000 fürHabaneros. Einige
Spezialzüchtungen übertreffen sogar noch diesen Wert; die Habanero-Spezialzüchtung "Red
Savina" wurde mit bis zu 575.000 Einheiten gemessen. Reines Capsaicin, der Stoff in Chilis, der für die schärfe verantwortlich ist, entspricht 15 Millionen Scoville-Einheiten.
Zum Vergleich: Tabasco® hat etwa 5000 Scoville.

Hier einige Sorten und Ihr Schärfegrad.

Achtung:     
Ob frisch oder getrocknet: Sie sollten bei jeglicher Handhabung und Verwendung sehr scharfer Chili-Schoten unbedingt Schutzhandschuhe tragen, Hände und Geschirr gut reinigen und Kinder fernhalten. Bei gemahlenen Schoten den Staub nicht einatmen. Auch die Augen und eventuell andere Weichteile schützen.

Ich musste in Ungarn einmal, während des Schneidens von Kirschpaprika, auf die Toilette. Trotz mehrmaligem
vorherigen Händewaschen, es brannte höllisch.

Vorsicht sollten Sie auch bei sehr scharfen Hot Sauces walten lassen: Sparsam dosieren, von Kindern fernhalten, und vor allem, niemandem einen "Streich" spielen.

Vielleicht haben Sie es schon einmal am eigenen Leibe verspürt: Der Genuss von Chili Peppers - ob pur oder zum Beispiel als "heiße" Salsa - kann regelrecht das Wohlbefinden steigern. Denn beim Genuss scharfer Gerichte wird das Gehirn betrogen: Die konzentrierte Capsaicin - Dosis hält das Gehirn irrtümlich für einen starken Schmerz, den es zu bekämpfen gilt; das bewirkt die Ausschüttung von Endorphin, einem körpereigenen, morphiumähnlichen Schmerzkiller. Dies kann zu einem gesteigerten Glücksempfinden beitragen; einer milden Euphorie, bisweilen sogar von  unvermitteltem Schmunzeln begleitet. Experten bezeichnen diesen Zustand als "Pepper - High", aber
keine Angst: Das Ganze ist völlig harmlos, und süchtig machen Chilis allenfalls dadurch, weil man sie vom Speisezettel kaum noch wegdenken kann, sobald man sich einmal mit den scharfen Schoten angefreundet hat.

Falls Sie aber doch einmal eine Schote, eine Salsa oder gar ein ganzes Gericht erwischen sollten, die Ihrer
Meinung nach doch etwas zu scharf war, vergessen Sie Wasser, Säfte und Limonade.
Damit wird's nur noch schlimmer.
Der Chili-Schärfewirkstoff Capsaicin ist nicht wasser-, sondern alkohol- und fettlöslich, und daher helfen Milch-produkte wie Trinkmilch, Eiscreme und Joghurt besser, die Flammen zu löschen. Dies ist auch der Grund, warum viele scharfe Chili-Gerichte - besonders mexikanische - oft reichlich geschmolzenen Käse enthalten. Eine Sauer-creme oder ein Dip auf Joghurt oder Sauerrahm Basis dazu gereicht, helfen ebenso.

Jedoch hat so manche Chili-Nation ihre eigenen Geheimwaffen gegen rauchende, brennende Rachen:

In China zum Beispiel ist man überzeugt, dass gedämpfter weißer Reis am besten gegen die Chili-Flammen hilft.
Thailänder hingegen schwören auf heißen Tee - dem anfänglichen Brennen folge schnell ein kühlender Effekt.

Auch in Marokko gibt's nach feurigen, mit Harissa gewürzten Gerichten Tee, und zwar gesüßten Pfefferminztee.

Da halte ich es doch lieber mit den Mexikanern. Dort kursiert die Weisheit, dass Bier und Tequila am besten hilft - man muss nur genug davon trinken, bis einem die schärfe egal ist.

Puh, jetzt haben wir uns aber recht lange beim spanischen Pfeffer, wie Christoph  Kolumbus in irrtümlich nannte aufgehalten. Aber ich finde gerade beim Grillen ist die Schote einfach nicht mehr weg zu denken. Und wie fade
wäre unser Leben ohne Chili, und zwei, drei anderen Dingen.

Die restlichen, benötigten Gewürze sind schnell aufgezählt und stehen auch noch mal bei den einzelnen
Rezepturen.

Ganz wichtig ist noch Knoblauch, und zwar frisch, gemahlen und Knoblauchsalz. Und denken Sie immer daran - Knoblauch alleine genossen macht einsam. Also immer einige Freunde einladen, die mit Ihnen der Knobi Lust
frönen.

Dann brauchten Sie noch einige gerebelte und getrocknete Kräuter,  wie Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei und Majoran.

Gemahlener Kreuzkümmel; ergibt zusammen mit Chili, Knoblauch und frischem Korianderkraut Ihrem Gericht eine mexikanische Note.

Daneben noch ein gutes kalt gepresstes Olivenöl, Raps- oder Sonnenblumenöl, Balsamicoessig und normaler
Essig., sowie eine gute Sojasosse.

Noch etwas Paprika- und Currypulver und schon sind wir soweit um uns unsere erste Grillgewürzmischung selbst herstellen zu können.

Achten Sie aber beim würzen, oder der Herstellung von Gewürzmischungen darauf, das kein Gewürz die Dominanz erhält und eventuell vorschmeckt. Nur die Ausgewogenheit gibt Ihrer Mischung die
Harmonie, die nötig ist um dem ganzen den richtigen Geschmack zu geben.

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